Ursache: Kiefergelenkerkrankungen

Die Kaumuskulatur des Kiefergelenks, die auch für die Bewegung des Unterkiefers zuständig ist, ist eng mit den gefühlsverarbeitenden Gehirnregionen verknüpft. Dazu besitzen Kaumuskeln eine hohe aktive Bewegungsausdauer. Diese beiden Eigenschaften erklären eine Reaktion wie Zähneknirschen bei Verärgerung oder Stress sowie Redewendungen wie die vom Zähnezusammenbeißen. Eine solche erhöhte Anspannung der Kaumuskulatur in emotional belastenden Situationen beeinflusst die Kiefergelenke.

Anatomisch ist das Kiefergelenk außer mit der Kaumuskulatur noch über Nervenbahnen und diverse Funktionen mit der Halswirbelsäule sowie den Ohren verbunden. Dies erklärt ein mögliches Zusammenhängen mit einem Tinnitus, vor allem auch deshalb, weil Tinnitusbetroffene durch Kiefergelenkbewegungen Einfluss auf ihre Ohrgeräusche nehmen können. Bekannt ist auch von kiefergelenksnahen Eingriffen, unter anderem beim Zahnarzt, dass dadurch ein Tinnitus entstehen beziehungsweise verschwinden kann.

Vorgehensweise bei Tinnitus in Verbindung mit Kiefergelenkserkrankungen

Zuerst muss der behandelnde Arzt den Zusammenhang des Tinnitus mit einer Erkrankung des Kiefergelenks diagnostisch sichern. Positive Anzeichen hierfür sind:

  • nächtliches Zähneknirschen
  • Verspannungen in Kaumuskulatur oder Kiefergelenk
  • vom Kiefergelenk ausstrahlende Ohren- oder Gesichtsschmerzen
  • Fehlfunktion der Kiefergelenke
  • Bissfehlstellung von Ober- und Unterkiefer
  • Auftreten des Tinnitus relativ kurz nach einer Zahnbehandlung

Unterstützend zur Diagnosefindung können eine kieferorthopädische Untersuchung, Röntgenuntersuchungen, Computer- oder Kernspintomografie sowie Funktionsanalysen herangezogen werden. Hieraus können sich Therapien ergeben, die vorteilhaft auf die Kiefergelenksfunktion und damit den Tinnitus einwirken. Neben verschiedenen Entspannungstechniken kann dies eine CMD-Therapie sein, die Anpassung besonderer Bissschienen, eine Physiotherapie oder eine Osteotherapie. Die weitere Option einer kieferchirurgischen Maßnahme kommt nur selten in Betracht.

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